Preussenbiker-Wochentour 2002

vom 25.Mai bis 1. Juni


1. Tag - Samstag:

Kaum ein Tag zu Hause, schon gehts wieder los: Zeit wars ja auch, Track die diesjaehrige Preussenbiker-Wochentour nun endlich zu starten. Nach den herrlichen Tagen des letzten Jahres sollte es auch in diesem Jahr wieder nach Tschechien gehen, wobei der Termin wieder so gelegt war, dass auch das Elbetreffen in Litomerice wieder als Etappenziel genutzt werden konnte. In diesem Jahr stand keine Hochzeit an, die unsere Abreise letztes Jahr etwas verzoegert hatte, so dass wir schon am Samstag losfahren und puenktlich zum Spanferkelessen in Litomerice sein konnten.
Samstag frueh um 9 fanden sich 4 Moppeds an der Berliner Spinnerbruecke ein, zwei davon mit Sozia bestueckt. Paar Leutchens mehr hatten zwar Interesse bekundet - aber es kam keiner mehr.
Nach der akademischen Viertelstunde, die noch zu einem Fruehstueckskaffee genutzt wurde, gings dann endlich los. Das Ziel fuer den ersten Tag stand fest und sollte auch schnell erreicht werden, daher gings gleich auf den Highway Richtung Sueden. Das Wetter war zwar nicht sonnig, aber immerhin trocken und sollte es an diesem Tage auch fast bleiben. Nach choppertypischen 160 km dann der erste Tankstop, und weiter gings. Der Mittagsimbiss war beim Road - Eagle - MC Arnsdorf geplant, die an diesem Wochenende ihre Rainday-Party feierten.
Zwei Tage vorher war ich schon einmal hier, um unser Kommen anzukuendigen und nach freiem Eintritt zu fragen. Kein Problem, fuer nen Mittagsimbiss wurden wir reingelassen - besten Dank nochmal an den MC.
Inzwischen waren wir von der Autobahn schon lange runter und fuhren der Grenze entgegen - und ziemlich duesteren Wolkenbergen. Beim kurven durch die Saechsische Schweiz fielen dann auch erste Regentropfen, und manch verstohlener Griff zur Regenkombi war die Folge. Tapfer bleiben dacht ich mir, wozu gibt man hunderte von Mark (damals wurde noch mit D-Mark bezahlt ;)) fuer teure Lederklamotten aus, um sie dann unter ner billigen Regenkombi zu verstecken.
Die Passage der Grenze bei Schmilka war ein Klacks, und bald hoerte es auch wieder auf zu regnen. Der erste Tankstop wurde dann auch zum Verpacken der Regenpelerinen genutzt, und weiter gings die letzten 40km, immer an der Elbe ueber nette Strassen entlang, zum Tagesziel. Der Platz war uns ja vom letzten Jahr schon bekannt, zielstrebig kurvten wir durch die Stadt auf den Campingplatz. Er war schon gut besucht, die Schweden waren da, eine recht grosse Truppe aus Freiberg und einige Einzelkaempfer. Als wir die Moppeds vor der Kneipentuer abgestellt hatten war auch schon Josef, der Platzchef da, um uns zu begruessen. Und ich glaube, wir hatten die Motoren noch nicht richtig abgestellt, da waren auch schon paar Bier da - ungelogen.
Nachdem der groesste Durst gestillt war, wurden schnell die Zelte aufgeschlagen - am alten Platz, extra nochmal gemaeht -, denn die 2 Spanferkel rotierten schon ein Weilchen am Spiess. Fuer 12 Euro pro Person gabs fuer alle genug, mehr als genug.

Gleich nachdem das Schwein zum Verzehr freigegeben war, ging es auch mit der Musi los. Die Band entpuppte sich als Alleinunterhalter - aber der machte Stimmung. Im Laufe des Abends hatte die Band immer so um die 3 bis 5 Mitglieder wechselnder Besetzung, wem danach war und wer den Text halbwegs kannte, der konnte kraeftig mitsingen. Und der wachsende Bierkomsum machte die Zungen immer lockerer. Die Schwedengirls liessen dann auch nicht lange auf sich warten und legten eine - oder auch mehrere - flotte Sohlen auf den Rasen. Als die Stimmung immer hoeher kochte liess sich dann die Freiberger Truppe auch nicht lumpen, sie drehten ihre Motoren auf und liessen sie ein- um das andere mal in langen Serien knallen, begleitet von bauchtanzaehnlichen Verrenkungen einiger Jungs.
Neben den Sanges- gabs auch noch schwedisch - tschechisch - deutsche Armdrueckerwettbewerbe, bei denen sich unser Markus recht trefflich schlug. Gegen Mitternacht wars dann genug, einige waren schon frueher verschwunden. Am naechsten Morgen wollten wir ja noch die zweite Etappe zum Lipnostausee bewaeltigen, und in Tschechien gelten ja 0 Promille (die wir wohl nicht ganz erreicht hatten). Es war jedenfalls ein Abend, wie man ihn sich als Biker nur wuenschen kann, locker, freundlich, bierselig.
Falls unsere Route im naechsten Jahr in eine andere Richtung geht werden wir jedenfalls versuchen, an die sem Wochenende wieder dabei zu sein.


2. Tag - Sonntag:

Gegen 8 war die Nacht vorbei, der Himmel war truebe, die Sonne hatte uns nicht geweckt. Es sah nach Regen aus. Nicht nur der truebe Himmel, sondern auch ein nicht sehr gutes Gefuehl im Magen liessen mich gleich wieder ins Zelt zuruecksinken. Aber - wir wollten weiter. Der Blick zum Himmel liess uns allerdings zweifeln: bleiben wir noch nen Tag laenger und hoffen auf besseres Wetter? Markus hatte sich auch entschlossen, nicht mit zum Lipno zu fahren, er haette sowieso am Montag wieder zurueckfahren muessen.
Er wollte noch ein wenig mit den Schweden plauschen, seine Schwedentour im Sommer vorbereiten und dann am Montag frueh wieder zurueckfahren.
Wir ueberlegten hin und her, und beim Fruehstueck (was ich allerdings ausliess) einigten wir uns doch, weiterzufahren. Also Zelte abreissen, einpacken, und los. Die Ersten sassen auch schon wieder in der Kneipe und winkten uns mit ihren Fruehschoppen-Bierglaesern, was mich allerdings an diesem Morgen nicht sonderlich interessierte.
Wir verabschiedeten uns mit dem Hinweis, auf der Ruecktour am Freitag wiederzukommen, troesteten Markus noch kurz und machten uns dann auf den Weg, bis nach Prag noch auf der recht neuen Autobahn. Da Motorradfahrer keine Vignette benoetigen ein schneller und guenstiger, wenn auch nicht sonderlich interessanter Weg.
In Prag dann regte sich doch auch bei mir wieder der Appetit, und schnell war ein Happen bei McDonalds genommen. Alle Kosten wurden aus einer Gemeinschaftskasse beglichen, in die jeder 50 Euro eingezahlt hatte, und die bei Bedarf von allen zu gleichen Teilen wieder gefuellt wurde. Getankt wurde immer im Wechsel.
Jetzt gings aber doch los - es fing an zu tropfen. Trotzdem hofften wir auf Besserung - nach weiteren 20 km dann kam aber die Ernuechterung - es wurde mehr. Jetzt also doch die Regenklamotten ueber das teure Leder, und es hoerte bis zum Ziel auch nicht mehr auf zu regnen. Unsere Reisegeschwindigkeit verringerte sich dadurch natuerlich schon etwas, und wir kamen wohl so gegen 4 am Campingplatz an.
Ein Platz war schnell gefunden, nur wenige Camper hatten sich bisher eingefunden, die drei Zelte schnell aufgebaut, die Klamotten verstaut. Auch die etwas durchfeuchtete Kleidung war gegen trockene gewechselt, die Handschuhe ausgewrungen und wir bereit zum Abgang - auf der Suche nach etwas essbarem. Hier die zweite Ernuechterung des Tages: Das Bobo, die kleine Kneipe, in der ich letztes Jahr einige gemuetliche Abende verbracht hatte, war geschlossen.
Also zogen wir ein paar Schritte weiter, um ein einer anderen Kneipe unterzukommen. Kein Vergleich allerdings mit dem Bobo, eine Atmosphaere wie in ner Betriebskantine, die noch dadurch verstaerkt wurde, dass wir offensichtlich die ersten Gaeste der Saison waren und noch nicht mal die Lampenschirme angebaut waren. Trotzdem waren die Knoedel und der Gulasch in Ordnung, und auch das Bier schmeckte schon wieder. Nachdem wir uns aufgewaermt und gestaerkt hatten hielt es uns aben doch nicht sehr lange hier. Wir wollten lieber noch etwas an den Feinheiten des Camps arbeiten, z.B. fuer den Abend einen Kasten Bier und etwas Feuerholz besorgen. Waerend Klausi und ich beim Platzimbiss das Bier orderten fuhr Schulle mit Mopped in den Wald, Holz holen. Wir hatten gerade die Probekostung beendet, da war er auch schon wieder da, im Schlepptau ein schoenes Buendel Aeste. Jeder kam also seiner Aufgabe nach, Klausi nahm den Bierkasten, ich nahm einen Eimer voll gekauften trockenen Holzes und Schulle tuckerte mit seiner Fuhre zu den Zelten.
Die Maedels hatten auch schon ein wenig fuer Ordnung gesorgt, und wir machten uns daran, ein Feuer fuer den Abend zu entfachen, was angesichts der Naesse mit etwas Schwierigkeiten verbunden war. Als alte Pfadfinder jedoch kein unueberwindliches Problem, und bald loderten die Flammen warm und freundlich. Es wurde noch ein langer Abend, und der naechste Morgen erforderte dringend die Beseitigung des Chaos.



3. Tag:

Klausi, unser Fruehaufsteher, hatte die ehrenvolle Aufgabe erhalten, die Fruehstuecksbroetchen zu besorgen, 3 km bis in den naechsten Ort waren schnell abgefahren und auch Marmelade und Butter waren da. Mehr hatte er sich nicht getraut mitzubringen, mangelde Sprachkenntnisse liessen ihn vor weiteren Einkaeufen zurueckschrecken.
Ich wurde als Gaskocherbevollmaechtigter eingeteilt und brachte das Wasser fuer den Kaffee - tuerkisch - zum Kochen. Nachdem alle gestaerkt waren wurde das Chaos der letzten Nacht beseitigt und die Flaschen ordentlich gestapelt - die Kiste wurde als Sitz gebraucht. Schon seit laengerem hatten wir den Himmel beobachtet, bis auf wirklich winzige blaue Fleckchen sah er auch heute, am Montag, grau aus. Wir planten also kein grosse Tour, sondern eine Stadtbesichtigung, Krumlov, die mir im letzten Jahr schon gut gefallen hatte.
Nach dem kurzen Abwasch, bei dem wir von einigen Camperinnen ein wenig Spuelmittel schlauchten und der sich eigentlich auf ein paar Tassen beschraenkte, ging es los. Nur 20 km waren zurueckzulegen, und flugs waren wir in der Stadt und auf dem bewachten Parkplatz, zu so frueher Stunde und bei dem unbestaendigen Wetter waren noch nicht sooo viele Touris unterwegs. Wieder ging es durch die Schlossbruecke, und gleich dahinter wurden die Felsen gesaeubert. Zwei Mann hingen an Seilen in der Wand und klopften die losen Steine heraus. Mit ein wenig Geschick und Glueck gelang uns die Passage dieser Stelle, ohne von einem Stein getroffen zu werden, abgesperrt war da nix. Und schon waren wir auch auf der Moldaubruecke, die mir im letzten Jahr beim Beobachten der Paddler so viel geboten hatte.
Leider war der Fluss wie ausgestorben. Gerade einmal 2 Boote hatten das Wehr zu Fuss ueberwunden, keine Action also. Die Jahreszeit ist wohl noch zu frueh und die Temperaturen laden auch nicht gerade zum Bade. Schade ! Aber schon waren wir in der Altstadt, und auch meinen Begleitern gefielen die engen Gaesschen ausnehmend gut. Von einem Camper hatten wir den Tip erhalten, die Brauerei Eggenberg zu besuchen, eine vage Ortsbeschreibung gabs auch. Wir fragten uns durch und fanden auch den Weg. Leider gabs nix zu besichtigen - Braukessel usw., aber immerhin gabs eine brauereieigene Kneipe, die wir uns nicht entgehen liessen. Das Bier schmeckte herb, ich wuerde es mit Jever vergleichen - nicht ganz meine Linie. Aber es war sowieso nur eins geplant, wir waren ja Motorisiert.
Um den kleinen Alkoholrest zu verbrennen stiegen wir auch noch auf die Burg, allerdings nur bis zur Schlossbruecke. Ilona weigerte sich hartnaeckig, die se zu ueberqueren - es war schon sehr hoch. Das war uns allerdings auch nicht unrecht, denn der weitere Weg fuehrte immer noch bergauf, und wir waren ja zu Fuss !! Also schlenderten wir wieder zurueck, tauschten noch ein paar Kronen ein und trollten uns langsam zu den Motorraedern. Der Tag war noch jung, das Wetter sah nicht sooo uebel aus, also beschlossen wir noch eine Tour entlang der Moldau. Irgendwie verpasste ich dann aber eine Abfahrt, und mit Moldau wurde an dem Tag nix, wir waren zu weit noerdlich abgebogen. Trotzdem waren auch hier genug Kurven zu finden, und in grossem Bogen kamen wir dann an der Stausee - Mauer wieder an.
Nach einer kurzen Besichtigung knatterten wir wieder in Richtung Heimat, nicht ohne uns unterwegs wieder mit einem Kasten Bier - nur als Sitzgelegenheit natuerlich ;) - und einigen Wuerstchen eigedeckt zu haben. Diesmal holten Klausi und ich das Feuerholz, waehrend Schulle sich um das Entfachen der Glut muehte. Sorgenvoll betrachteten wir den Himmel, denn einige extrem schwarze Wolken zogen auf, und Blitze brachten Ilona zum Zucken. Das Unwetter zog anfangs allerdings brav um den See herum, sodass wir noch unsere Wuerste grillen konnten. Dann gegen halb 10 ging allerdings die Post ab: Innerhalb von Sekunden oeffneten die Wolken ihre Schleusen, wir verschwanden blitzschnell in den Zelten und es brach ein Unwetter herein - vom Feinsten. Der Regen prasselte nur so auf die Zelte, das eben noch lustig flackernde Feuer war innerhalb von Minuten unter Ausstoss einer grossen Qualmwolke geloescht. Eine Verstaendigung untereinander war wegen des lauten Prasselns nicht moeglich, also schaltete ich meine Lampe an, legte mich auf den Schlafsack und hing meinen Gedanken nach. Irgendwann, der Regen und die Akkus in der Lampe waren zu Ende gegangen, verkroch ich mich dann endgueltig und schlief ganz gut bis zum naechsten Morgen.


4. Tag - Dienstag

Schulles hatten nicht so eine ruhige Nacht gehabt. Der Boden ihres Zeltes hatte eine querlaufende Naht - wer macht denn sowas - und an dieser Stelle war das Gewitter eingedrungen. Nachdem die Luftmatratzen aufgeschwommen waren wurde Kaffeetassenweise Wasser geschoepft. Ich glaube, bei Dani machte sich ein gewisser Campingueberdruss breit - konnt ich nach so einer Nacht verstehen. Klausi hatte wieder Broetchen und ich das Kaffeewasser besorgt, und Schulle raeumte das Zelt aus, rollte es auf die Seite um den Boden zu trocknen. Es blies ein nettes Windchen, und Matratzen und Zelt waren bald nach dem Fruehstueck wieder trocken. Auch die Laune besserte sich nach einem heissen Kaffee zusehends, wir suchten noch einen neuen, etwas erhoehten Platz fuer Schulles Zelt und knatterten von dannen. Auch heute wieder kein eitel Sonnenschein, aber immerhin erstmal trocken. Den Bayrischen Wald durchqueren, das war das Tagesziel. In Tschechien also erstmal nordwestwaerts, dann der Sprung ueber die Grenze und auf deutscher Seite dann wieder zurueck. Bereits nach den erste 16 km ging der erste Regenschauer nieder, der aber nur von kurzer Dauer war. Einige Kilometer vor der Grenze bei Bayerisch-Eisensteinfanden wir dann noch ein nettes Lokal, brandneu und ziemlich teuer aussehend. Aber nein, Speisen und Getraenke in absolut guenstiger Preislage, und zum Abschluss gabs auf Kosten des Hauses auch noch ein kleines Dessert. Frisch gestaerkt ging es weiter, und auch die Fragen der tschechischen Grenzer nach dem Woher, Wohin und Warum konnten uns nicht aus der Ruhe bringen.
Der dann einsetzende Regen aber schon. Also mal wieder in die Regenklamotten geschluepft und die kurvigen Strassen des Bayrischen Waldes bei gemaessigtem Tempo abgefahren. In einer Baustoffhandlung besorgten wir dann noch ne schoene grosse Plane, um unser Feuer und uns selbst vor dem Regen zu schuetzen, sonst haetten wir schon wieder frueh ins Bett oder in ne Kneipe gehen muessen. Da die 4 x 6 m-Plane nicht im Kassencomputer auftauchte bekamen wir sie fuer den Preis der 4 x 4er Plane - 12 Euro. Das war uns der Regenschutz wert. Flugs nach Haus, die Grenze war kein Hindernis, und Plaene fuer den Planenaufbau gemacht. Wieder fuhren 2 Moppeds los, um Zeltholz zu besorgen, und wir hatten richtig Glueck, dass die Saison noch so jung war, in einem Monat waere das alles sicher schon verfeuert gewesen.
Einen herrlichen 7m-Knueppel fanden wir, der den Dachfirst unserer Konstruktion hergab. Noch einige Abstuetzungen, Abspannungen, und wir waren geschuetzt. Schoen schraeg die ganze Sache, damit Qualm und Regenwassen jeweils in entgegengesetzten Richtungen entweichen konnten. Dann wurde wieder Feuer gemacht, natuerlich hatten wir auch wieder eine Bierkiste zum Sitzen mitgebracht, und bald schmurgelten die Wuerste wieder. Das feuchte Holz brachte zwar eine Menge Qualm mit, aber er zog auch ganz gut ab. Trotzdem - die Klamotten, Zelte - alles roch nach Qualm. Aber wir wollten es ja so.
Wieder wurde es ein recht langer Abend, was natuerlich auch den Vorteil hatte, dass wir am naechsten Tag wieder eine Sitzgelegenheit kaufen konnten.


5. Tag - Mittwoch:

Gestern Deutschland, heute Oesterreich. Der Morgen begruesste uns mit - Sonne! Ein ungewohnter Anblick. Und obwohl wir wirklich stolz auf unseren Zeltbau waren verlegten wir den Fruehstuecksplatz unter freien Himmel, die Sonne geniessen. Herrlich. Inzwischen hatten wir zur Marmelade auch noch Wurst und Kaese - also alles wirklich Bestens. Heute sollte es in die entgegengesetzte Richtung gehen, suedoestlich in Tschechien am Stausee entlang, dann nach Oesterreich und dort an der Grenze entlang wieder zurueck, alles wieder mit sehr guten und kurvigen Strassen. Obwohl ich den oesterreichischen Grenzer drei mal nicht verstand, als er mich nach mitgebrachten Zigaretten fragte, waren wir doch schnell in Oesterreich.
Herrlich glatte Strassen, gruene Wiesen, saubere Haeuser - es machte Spass hier zu kurven. Selbst ein mitten im Wald aufgestelltes Dixiklo wurde 1800 m vorher angekuendigt. Das Wetter hielt sichpraechtig, die paar weissen Wolken konnten uns nicht schrecken. Beim noetigen Tankstop stellten wir dann die wirklich guenstigen Spritpreise fest - 88 ct fuer den Liter Benzin, guenstiger als bei den Tschechen. Viele Autos mit Passauer Kennzeichen kamen hier her, klar, ne Grenze gibts ja nicht mehr. In Deutschland dann deckten wir uns mit Grillgut ein, und auch an Gemuese wurde heute gedacht. Tomaten, Radieschen, Kohlrabi - hoffentlich verkraften wir diese Vitaminbomben auch.
Auf dem Zeltplatz zurueck dann doch eine ziemliche Ueberraschung, der Platz hatte sich wirklich gut gefuellt.
Das schoene Wetter und Fronleichnam in Bayern am naechsten Tag hatten viele herausgelockt. Und es wurden noch mehr. Viele kamen auch wirklich hier her, weil es doch viele Freiheiten gibt - wo kann man schon so unbefangen ein Lagerfeuer entfachen. Und das Wasser des Stausees war auch recht klar, wenn auch noch kuehl.
Es gab ein ueppiges Abendbrot, das bayrische Fleisch und die Wuerste, in Schinken gewickelt und gegrillt, Vitamine bis zum Abwinken - a Woansinn.


6. Tag - Donnerstag:

Der letzte Tag hier - jetzt, wo das Wetter sich auf die Sonnenseite geschlagen hatte - toll! Fruehstueck wieder im Freien, diesmal hatte ich mich zum Broetchenholen gemeldet. Heute wollten wir die Tour an der Moldau entlang nachholen. Was wir auch taten. Frisch gings los, erst ein Stueck am Stausee entlang, dann nordwaerts bis zum Moldau. Wie immer eine recht bergige und vor allem kurvige Strecke. Besonders der letzte Teil, hinunter ins Tal der Moldau, war sehr interessant. Eine kleine Raststaette, die ich auch im letzten Jahr schon entdeckt und zu Beobachtungen der Moldaupaddler genutzt hatte, brachte uns eine kleine Tourpause und ein Eis.
Dann ging es weiter, immer am Fluss entlang, in wirklich schoen geschwungenen Chopperkurven. Leider auch hier : der Fluss immer noch ziemlich entvoelkert, nur wenige Paddler sorgten fuer Abwechslung. Aber dafuer entschaedigte die Landschaft. Die Kilometer flogen, obwohl wir nicht rasten, nur so dahin. Und flugs waren wir schon wieder fast an der Staumauer. Jetzt schon zurueck - ne neue Sitzgelegenheit leetrinken ? Neee. Also war die Stelle guenstig, nordwaerts Richtung Budweis zu tuckern. Gesagt, getan. War zwar eine Europastrasse, aber bis auf die Brummis gut zu befahren. Immer wieder mussten wir auch den vielen huebschen Maedels zuwinken, die hier kurz vor der Grenze am Strassenrand standen und ... wohl mitgenommen werden wollten. Die Sozias meiner beiden Mitfahrer hatten mir aber verboten, jemanden mitzunehmen - schade ;)
In Budweis angekommen war es nicht schwer, das Stadtzentrum zu finden, leider wussten wir nicht, wo wir die Brauerei suchen sollten, um eine Besichtigung zu starten. Also setzten wir uns in ein Cafe am wirklich schoen restaurierten Markt und tranken einen - Kaffee. Ein bissl seltsam is das schon, da bist Du in DER Bierstadt - und trinkst Kaffee. Naja, am Abend laesst sich dieser Frevel wieder wettmachen.
Dieser Gedanke hielt uns auch nicht lange auf den Plaetzen - husch husch zurueck. In einem Supermarkt noch schnell das Abendbrot besorgt - die dicken fetten Wuerste, die man am Spiess grillen muss.
Gegen 5 waren wir wieder an den Zelten.
Der Platz war inzwischen knackevoll geworden - naja, wir hatten ja unsere Burg. Neben uns, wohl auch angelockt durch unsere Motorraeder, bauten ein Harley- und ein VN800-Fahrer ihre Zelte auf. Sie kamen aus Erdingen und wollten sich die Gegend mal ansehen. Wir trafen sie auch noch einmal im Ort, als wir wieder mal eine Sitzgelegenheit holen mussten. Sie hatten sich fuer Buechsenbier entschieden, etwas teurer als Flaschen, reichte aber auch laenger. Als wir Abends gemeinsam am Feuer sassen kam jedenfalls richtig Gemuetlichkeit auf, und Bayern und Preussen vertrugen sich praechtig.
Spaet wurde es an diesem Abend mal wieder, und als unser Flaschenbier zu Ende gegangen war, gabs noch paar Buechsen. Meldet Euch mal Jungs, unsere naechste Preussenbiker-Wochentour fuehrt in Eure Himmelsrichtung, waer mal nen Besuch wert.


7. Tag - Freitag:

Der Tag der Abreise. Auch heute wieder Urlaubswetter. Schulle schnalle sich 2 Kisten mit leeren Bierflaschen auf den Gepaecktraeger und fuhr sie in den Ort, um sie gegen Pfandgeld einzutauschen. Gleichzeitig gabs auf dem Rueckweg auch das Fruehstueck. Inzwischen bauten wir langsam die Zelte ab. Auch unsere bayrischen Bikerfreunde bauten ab, sie wollten auch heute zurueck.
Ein letztes Fruehstueck, dann wurden auch die Bierkisten vom hiesigen Imbiss zurueckgebracht und der Platz bezahlt. Noch einmal musste der gemeinsame Reisekassentopf gefuellt werden. Dann gings wieder auf den Heimweg - natuerlich mit Zwischenstop bei Josef und den Schweden in Litomerice. Das Ziel lag vor uns, keine Kompromisse, also den kuerzesten Weg zurueck. Schnell an Prag vorbei, bei Melnik wurde es uns aber dann doch zu langweilig auf der Autobahn. Also runter von derselben, und ueber Melnik immer an der Elbe entlang, nach Litomerice. Unterwegs goennten wir uns noch ein Eis, dann waren unsere restlichen Kronen auch schon so gut wie verbraucht. Bei Josef konnten wir ja in Euro zahlen. Schnell war auch die letzte Strecke ueberwunden, Begruessung, ein Bier und Zeltaufbau - fast schon Routine, trotzdem immer wieder herzlich.
Ein doppeltes warmes Abendbrot, diesmal nicht auf dem eigenen Feuer, und ein paar Bierlein rundeten den Abend ab.

8. Tag - Samstag:

Allgemeiner Aufbruch, auch das Elbetreffen ging heute zu Ende und die Truppe aus Schweden machte sich, genau wie wir, auf den Weg in den Norden, nur ein paar Meter weiter. Wir beschlossen einen kleinen Umweg durch das Osterzgebirge, ueber Zinnwald, Geising, Glashuette und dann ueber Pirna nach Stolpen und auf die Autobahn Richtung Berlin. Ein letzter Kaffee an der Spinnerbruecke in Berlin, und der Kreis hatte sich geschlossen.
Rund 2000 Kilometer waren es mal wieder, ich muss mir neue Reifen besorgen. Es waren wieder herrliche Tage. Auch wenn das Wetter in den ersten Tagen nicht gerade der Bringer war - wir haben es wohl gut ueberstanden.
Allgemeiner Tenor war, im naechsten Jahr in waermere Gefilde zu fahren - Kroatien rueckt also wohl in greifbare Naehe. Ich danke allen, die zum Gelingen der Tour beigetragen haben, von ganzem Herzen. Wenn jeder Urlaub auf diese Art verbracht werden kann, dann koennt immer Urlaub sein.

In diesem Sinne bis zum naechsten Jahr - Beste Gruesse - Preussenbiker Frank


... und noch ein paar Eindruecke von Schulle:



Eine wunderbare Woche ist zu Ende und ich schreibe mal schnell meine Eindrücke auf bevor sie langsam verblassen. Meine Frau und ich waren ja auch bei der 2001er Tour schon dabei und daher liess sich eine gewisse Vorfreude nicht leugnen. Vor dem Weiterlesen bitte erst den Bericht der 2001er Tour lesen! Nun war es also so weit und wir fuhren zur Spinnerbrücke, unserem Treffpunkt. Im Netz waren ja ne ganze Menge gemeldet. Wir waren dann bei Abfahrt aber nur vier Bikes - Schmidti, Markus, Ilona und Klausi sowie meiner einer mit Frau. Einige hatten es sich dann wohl doch noch anders überlegt. Egal. Die Fahrt über die Autobahn in Richtung Dresden war schnell hinter uns und damit die schönen kurvigen Strassen vor uns. Am Nachmittag rollte unser Treck dann auf dem Litomericer Campingplatz ein und zu unserem völligen Erststaunen begüsste uns der Josef gleich mit unseren Namen. Da waren wir nun vor einem Jahr drei Tage dort gewesen und er wusste noch unsere Namen, daher fühlten wir uns sofort verpflichtet ein Bier zu trinken. Nicht ganz ohne Eigennutz - zugegeben. Da an diesen Tag das Elbetreffen begann war da auf dem Platz auch schon ne Menge los und wir sahen viele bekannte Gesichter vom letzten Jahr. Einer der Schweden hatte eine kleine PA-Anlage und eine Gitarre mitgebracht und bei seiner Musik ging da so richtig die Post ab. Josef hatte auch noch zwei Spanferkel vorbereitet - mmm... lecker. Irgendwann ausserhalb meines Bewusstseins endete dann der wunderbare Abend und am Morgen danach brummte mir leicht der Kopf. Biertrinker wissen das man sich bei tschechischem Bier nicht zurückhalten kann und es auch nicht sollte. Nach dem wetterbedingt zögerlichen Zeltabbau ging´s dann los in Richtung Süden. Bis hinter Prag war es auch noch trocken, aber dann gab es bis zum Lipnostausee Dauerregen. Kaum dort angekommen war der Regen aber vorbei. Nach dem Zeltaufbau suchten wir uns erstmal eine Kneipe um zu essen und einige Klamotten zu trocknen.
Der Abend endete dann am Lagerfeuer und mit Budweiser Bier. Das Holz wurde zünftig mit dem "V2-Traktor" aus dem Wald herangeschleift. Der nächste Morgen sah wettermässig nicht so toll aus also beschlossen wir nach Krumlov zu fahren um uns dieses herrliche Städtchen anzuschauen. Es ist wirklich sehr sehenswert. Die Mopeds waren auf dem bewachten Parkplatz für die Zeit sehr gut aufgehoben. Da sich das Wetter noch recht gut hielt beschlossen wir noch eine Tour zur Staumauer des See´s zu machen. Wenn man die kleine Staumauer sieht dann kann man sich nur schwer vorstellen das da so ein grosser See dran hängt. Gegen Abend folgten wieder die obligatorischen Handlungen - Bier, Grillwürstchen und Feuerholz holen. Der gemütliche Lagerfeuerabend wurde aber schlagartig durch ein Gewitter beendet. Unser 95Mark Zelt von ATU erwies sich dann auch noch als Fehlkauf , denn der Boden war nicht dicht. Zum Glück hatten wir Luftmatratzen sonst hätten wir im Wasser gelegen. Nach zweimaligem Aufwischen konnten wir dann auch unsere Nachtruhe beginnen. Am nächsten Morgen galt es dann erst mal Luftmatratzen und Zelt zu trocknen. Ein leichter Wind half dabei. Der Regen brachte uns auf die Idee mal eine Tour nach Bayern zu machen und eine Bauplane zu kaufen. Daraus bauten wir dann am Abend mit einigen Baumstämmchen ein Regendach. Dieses war schnell aufgebaut und brachte uns die Bewunderung der anderen Campingplatzbewohner ein. Diesen Abend hatten wir auf unserer Feuer-/ Grillstelle bestes Grillgut aus bayrischer Metzgerei zubereitet. Schmidti erfand an diesem Abend auch den "Doppel-Hot Dog". Der nächste Morgen begüsste uns mir scharfen Schattenkonturen, mit anderen Worten es war Sonnenschein. Gute Laune machte sich breit, vor allem unter den Mädels, denn die hatten wohl unter dem Regenwetter an meisten zu leiden. Ein guter Tag um die Strassen in Österreich zu befahren. Gesagt - getan. Bei einem Tankstop dort nutzten wir die Gelegenheit um die Chromteile der Moped´s von Dreck zu befreien. Gab doch gleich ein besseres Fahrgefühl. Irgendwie landeten wir aber wieder in Deutschland und fanden uns beim Metzger ein, um das Abendessen einzukaufen. Wieder mal beste Hausmannskost. An diesem Abend hatten wir auch schon vier leere Bierkisten zum Sitzen.
Prost! Der nächste sonnige Morgen brachte uns dazu die Moldau entlang zu fahren. Eine tolle Strecke. Da diese Tour den Tag aber nicht ausfüllte machten wir uns noch mal auf den Weg nach Budweis. Dort suchten wir auf dem Marktplatz nach einer Parkmöglichkeit. Nach vergeblicher Suche stellten wir uns neben die markierten Parkboxen und schnell war ein freundlicher Mann da, welcher uns darauf hinwies das die Polizei unsere Moped´s anschliesst, wenn wir dort stehen bleiben. Diesen Tip wollte er mit zehn Euro bezahlt haben und als Druckmittel zeigte er uns einen medizinischen Plastikbeutel der an seinem Bauch klebte. Er meinte, dass er frisch operiert sei und deshalb Hilfe braucht. Schmidti musste zwei Euro berappen bis sich der Typ wieder verpisste. Etwas abseits vom Zentrum fanden wir dann doch noch einen Parkplatz und liefen dann eben etwas bis zum Strassencafé. Abends entschieden wir uns dann unser Abendbrot am Stock über dem offenen Feuer zu grillen, was mal wieder mit dem obligatorischen Bier toll zusammen passte. Über den Tag hatte sich der Platz auch mit einigen neuen Zelten gefüllt. Eine gute Gelegenheit um mal wieder mit dem "V2-Traktor" Holz heran zuschleifen, war zwar nicht unbedingt notwendig aber die optische Komponente war uns wichtiger. Unter den staunenden Neuankömmlingen waren auch drei Leute aus Erdingen. Die setzten sich dann auch für diesen Abend unter unsere Plane und wir haben uns lange beim Bier unterhalten. Am nächsten Morgen war dann Abbauen angesagt und wir machten uns auf dem Weg zu Josef nach Litomerice. Dort übernachteten wir und fuhren am darauffolgenden Tag dann leider wieder in Richtung Heimat.
Diese Tour war wieder mal ein unvergessliches Erlebnis und ich kann nur jedem der sich mit unserer Art von Bikerurlaub anfreunden kann raten im nächsten Jahr mitzukommen, egal wo es auch hingeht und wie das Wetter wird. Da das Wort "Bier" mehrmals auftaucht könnte der geneigte Leser denken das wir Alkoholiker sind, das stimmt so nicht. Wir trinken nur gern Bier und es schläft sich auch besser danach.

Schulle


... und auch von Markus paar Zeilen:



so leute,

nachdem ich leider nur bis gestern bleiben konnte hier ein paar worte zum wochenende:

abfahrt war 09:15 vonner brücke mit 4 mopeds, schulle und klausi jeweils mit frau , frank und ich solo. die fahrt war entspannt und bis auf ne halbe stunde regen am späten nachmittag trocken.
als wir abends ankamen waren die ersten worte des wirtes: guten tag, die zweiten lauteten: vier bier? alles in perfektem deutsch und sehr symphatisch. obwohl ich ne andere sorte bevorzuge schmeckte doch das tschechenbier sehr gut, ich denke auch alex würde da auf sein geliebtes helles verzichten es waren schon 35 mann aus schweden da und 25 aus freiberg, dazu noch etliche aus anderen gegenden deutschlands, die meisten schon zum wiederholten male. die freiberger waren fast nur mit rennteilen da, die schweden mit choppern und tourern, mit einer ausnahme: ne aprilia rsv1000r! das r im namen sagt schon alles, das moped is 60 kg leichter als die normale ohne r! naja, der besitzer hat mir das moped erklärt und gezeigt und fahrberichte gegeben, ich durfte auch mal probesitzen, und was soll ich sagen: ich hab mich in das moped verliebt! ein perfektes rennteil!
na egal, genug der schwärmerei, samstag abend war party mit schwedischer live-band, spanferkel, armdrück-wettbewerb und ein, zwei gläsern bier, wenn ich keins vergessen habe es war echt was los, super stimmung.
am sonntag hat es bis mittag geregnet, danach sind die anderen 5 nach einem ausgiebigen frühstück zu ihrer wochentour zum lipnostausee aufgebrochen.
ich blieb noch eine nacht da um dann am montag nach hause zu fahren. sonntag war im prinzip das gleiche programm wie samstag, nur ausser live-band. ich hab dann den kontakt zu den schweden vertieft , die aprilia besichtigt und noch das eine oder andere glas bier verkostet, naja, vielleicht auch eins mehr montag mittag nach dem frühstück dann nach hause und ich muß sagen: es war echt super.
die familie des campingplatzbesitzers und gleichzeitig kneipenbetreibers supernett, die biker genauso, die stimmung war super und es war überraschend billig, ob das bier, das essen oder die preise fürs camping. man konnte auch in euro zahlen. also ich werde nächstes jahr wieder dabei sein, dann hoffentlich länger, denn die gegend is auch wunderschön und es gibt sogar kurven

bis denne!

markus




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