Preussenbiker-Wochentour 2001

vom 28.Mai bis 2. Juni


Boahhh... endlich zu Hause. Der Berliner Ring und sein Himmel haben nochmal so richtig alle Schleusen geöffnet. Aber der Reihe nach....: Treffpunk war am Montag in der Früh um 9 der Autobahnparkplatz Dreilinden - Avusende. Da gings schon mal kurz mit nem leichten Schauer los. 3 Moppeds - eine 800er und eine 1400er Trude und meine 535er Virago sowie der Skoda mit den beiden Girls und der Bagage standen fahrbereit da. Klaus und Ilona waren schon ein paar Tage vorher aus Bremen angereist und hatten sich bei Schulles eingemietet, sodass es pünktlich losgehen konnte.
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Abfahrt in Berlin
Auf deutschem Territorium war die Route im GPS eingespeichert, sodass der Weg in Richtung Grenze, wenn auch im Zickzack durch die Lausitz, problemlos klappte. Auch das Wetter gab bis auf ein paar kuze Ausnahmen keinen Grund zur Klage. In Seifhennersdorf, dem Grenzort, gings dann aber los. Regen in verstärkter Form. Bis zum Übergang schafften wirs noch und wollten dort den Schauer abwarten. Nachdem wir uns aber eine dreiviertel Stunde in der Wechselstube herumgedrücht hatten und sich kein Wolkenloch zeigte beschlossen wir doch die Weiterfahrt.

Schulle und ich hatten ja Regenklamotten bei, die hielten auch schön dicht, aber Klausi musste mit Leder pur weiterkutschen, wodurch seine Hosen unterhalb der Knie ziemlich lappig wurden. Kurz vor dem Ziel, Litomerice an der Elbe, klarte der Himmel dann doch noch auf - toll. Die Teilnehmer des Elbetreffens waren so taktvoll uns nicht zu fragen, wieso wir so nass seien.
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Das Camp in Litomerice

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Camperküche
Wir wurden sogar namentlich begrüsst, der kurze E-Mail-Austausch im Vorfeld der Tour hatte einen hohen Wiedererkennungsfaktor hinterlassen. Auch Josef, der Chef des Platzes begrüsste uns in gutem Deutsch - es war eine sympathische Ankunft. Smoky, ein Biker aus der Offenbacher Gegend mit ner 800er Marauder, mit dem ich über die Tourenverabredungsseite von Tourenpartner ins Gespräch gekommen war, erwartete uns auch schon. Er war bereits am Samstag gekommen und allein auf Tour. Nach einer kurzen Beschnupperung beschloss er, uns auf der Tour zu begleiten.

An diesem ersten Abend bauten wir unsere Zelte noch gleich auf. Die paar Kuppelzelte waren selbst für unsere ungeübten Camper schnell aufgebaut und schwupps - schon sassen wir beim Bier. Wir waren das erste Mal hier, noch nicht angemeldet - unbekannt. Trotzdem wurde uns bei der Bestellung gleich angeboten, anschreiben zu lassen - jaa! Also ein Zettel für die ganze Truppe - fertig. Wie ich das aus früheren Kneipenbesuchen in Tschechien schon kannte, nach dem ersten Bier muss man nicht nachbestellen - man muss sagen wenn Schluss sein soll.
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Schulles Monstersenfflasche

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Tankstop
Am nächsten Mogen nach einem guten und günstigen Frühstück zahlten wir die ganze Zeche und trollten uns weiter unserem Ziel entgegen. Um ein Mopped verstärkt ging es südwärts. Das GPS diente ab jetzt nur noch der groben Orientierung und der Wegaufzeichnung, nach Karte ging es an Prag vorbei und dann über viele Nebenstrassen kreuz und Quer. Kilometer waren so nicht zu schaffen, aber unser Ziel war ja flexibel.

In Breclav, etwas südlich von Brno, direkt am Dreiländereck Tschechien/slowakei und Österreich schlugen wir unser zweites Biwak auf. Der Platz lag in der Stadt, war riesig.... und leer. Ein Hamburger Wohnmobil stand da - und jetzt wir. In der Rezeption zuckten sie merklich zusammen, als ich mich dort anmelden wollte - zu dieser Zeit ist hier wohl nicht sehr viel los.
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Josefs kleine gemütliche Kneipe

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Lagerfeuerromantik
Wir hatten beschlossen, 2 Tage hier zu bleiben und nur einen Tagesausflug nach Ungarn zu machen, so konnten wir nochmal zurüch nach Litomerice und die geplante Elbsandsteingebirgs-Rundfahrt mitmachen. Man sieht schon - es hat uns dort gefallen. An diesem Abend wurde gegrillt - ein Vorteil, wenn man auf ner Motorradtour ein Auto dabei hat. Man kommt zwar irgendwie doch ein wenig langsamer vorwärts, hat dafür aber auch einige Bequemlichkeiten. Würstln und Steaks waren wirklich wohlschmeckend, und das Bier aus der Büchs war wassergekühlt auch gut zu geniessen.

Am nächsten Morgen warf sich Klausi auf seine 1400er und holte aus dem benachbarten Supermarkt frische Brötchen, dazu ein paar Kaffee vom Gaskocher und alle waren wieder fit. Wenigstens Ungarn erreichen und dort ne kleine Runde drehen war unser heutiges Ziel, immerhin noch durch die ganze Slowakei, 2 Grenzen. Die erste Grenze war gleich die schwerste - Tschechien - Slowakei - eigentlich eine "Spielzeuggrenze" denkt man sich ... aber nein. Ziemlich lange Wartezeit, die LKW mussten noch länger warten - naja. Die Fahrerei durch die Slowakei führte durch wirklich schöne Landstriche, von Flach bis bergig - serpentinig.
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Berg- und Talfahrt

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Mönche auf dem Berg
Eine schöne Kurvenstrecke über einen Bergrücken bewog uns, die Rückfahrtauch hier entlang zu führen. Ausserdem war es leichter, der gepunkteten Linie des GPS zu folgen. In Ungarn zogen wir eine Schleife von Györ nach Pannonhalma, einem Mönchskloster. Busweise wurden wir hier auf dem Parkplatz von Kindergruppen umlagert, wie auf der ganzen Reise eigentlich schon. Sone Shoppertruppe ist hier doch noch ein Blickfang.

Den Berg hoch und hinten wieder runter - schon mussten wir an die Heimfahrt denken, die Sonne, die uns hier den ganzen Tag begleitet hatte, sank langsam erdwärts. Dank der gepunkteten GPS-Linie war die Rückfahrt doch etwas schneller erledigt, auch die Bergkurven konnten wir schneller nehmen. Die tschechische Grenze war auf der Rückfahrt auch schneller überwunden, und gegen 7 waren wir wieder im Basislager. Und siehe da, ein weiteres deutsches Wohnmobil hatte sich hierher verirrt, ein Rentnerehepaar auf Dauertour - immer in Richtung Sonne - hachja... An diesem Abend gabs Essen aus der Dose - und alle aus dem gleichen Topf gelöffelt - romantisch.
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Picknick

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Auch wenns Strippen regnet...
Und ums noch romantischer zu machen haben wir dann noch ein Klavier verfeuert, das gab ein schönes Lagerfeuer. Ein Schwatz mit den Neuankömmlingen, gibst Du mir ein Bier geb ich Dir ein Bier, ein netter Abend. Am nächsten Morgen wieder alles abreissen, Smoky wie immer der letzte, im Dauerkampf mit seiner selbstaufblasbaren Luftmatratze auch heute wieder der Unterlegene. Dann wieder auf Tour zurück nach Litomerice, auf etwas abgewandelter Reiseroute.

Schulle musste sich unbedingt noch im Supermarkt ein paar Plastiktüten besorgen - für die Füsse, falls es regnet! Diese verlorene Zeit hat uns so cirka 20km gekostet, 20km, die uns an Abend noch fehlen sollten - wir haben es ihm aber auch mehrmals in Erinnerung gerufen ;) Die bekannten Umleitungen zu umfahren war natürlich ein Leichtes, sodass Litomerice gegen 5 am Horizont auftauchte. Drüber aber auch ne ziemlich finstere Wand - naja - 20 km.... Mit Einfahrt in Litomerice begann es zu regnen ... in Strömen. An diesem Abend bauten wir unsere Zelte nicht gleich auf sondern flüchteten gleich zu Josef und Bier. Nur Schulle musste sich noch ne Plastiktüte, diesmal für seinen Edelsitz besorgen.
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Eine freundliche Pension

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Sonne und Eis
Nach dem ersten Bier hatte sich der Regen verzogen, also schnell die Hütten aufgestellt. Ausserdem war Grillabend bei Josef - hmmm. Die Elbsandsteintour der Elbetreffer fiel leider aus, wettermässig. Schade. Uns hielt es aber nun wirklich nicht im Camp, wir wollten wenigstens die Berge um Lito erkunden. Weg von den Hauptstrassen erschloss sich eine herrliche Hügellandschaft. Hoch und runter, hin und her, immer mal ne Pause wegen Platzregen - eine schöne Gegend. Die Mädels, die heute zum Ersten mal auf dieser Tour ihre Soziaplätze eingenommen hatten, wollten wenigstens einmal Knödel essen. Wir fanden eine abgelegene, aber komfortable Pension, mit Whirlpool und allem Schnickschnack.

Bei der Bestellung des Essens hätte es fast ne kleine Panne gegeben, der Kellner bedeutete uns, dass es heute keine Knödel gibt. Bevor die Enttäuschung der Girls aber so richtig ausbrechen konnte meldete sich der Koch aus dem Hintergrund mit der Ankündigung, extra für uns (wir waren allerdings auch die Einzigen) Knödel zu machen - diesen Service findet man ja nun wirklich nicht überall. Auch dass man selbst in dieser Abgeschiedenheit mit VISA bezahlen konnte war erstaunlich, aber angenehm.
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Wetterfest machen

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Grenze: Wir wolln rein... andere auch
An diesem Abend wurde nochmal kräftig getafelt, und wieder alles auf Schulles Zettel. Der nächste Morgen empfing uns trübe - Abreise. Auch ein Teil der Schweden ging bereits heute wieder auf die Heimreise. Wir wollten nun doch noch nen Abstecher durch das Elbsandsteingebirge machen. An der Grenze nach Deutschland dann aber 2 Betrübnisse: eine lange Schlange der Kurzeinkäufer und einsetzender Regen, der uns wieder in die Regenkluft zwang. So machte auch die Kurztour durch die Felsen keine rechten Spass, Regen von oben und schlechte glatte Strassen von unten - wir waren doch froh, als wir die Autobahn erreichten.

Hier hiess es Abschied von Smoky nehmen, der noch knapp 800 km westwärts vor sich hatte. Für uns waren es nur noch 200. Ein letztes Foto - und gute Fahrt. Wenn alles klappt, sehen wir uns nächstes Jahr vielleicht wieder. Und hier sind wir schon wieder bei unserem Eröffnungssatz ... die Schleusen des Himmels... Es war ne herrliche Woche - frei, den Wind um die Nase - bis nächstes Jahr.
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Tschüss ...


Der Tracklog im Waypoint+-Format zum Download:Download


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