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Herrlichstes Wetter am Sonntag - wann hat man das schon mal, beste Moeglichkeit, mit dem Motorrad rauszufahren, die Gegend erkunden. Doch nein - tausende Biker - offozielle Stellen sprechen von 8000 bis 10000 Teilnehmern - versammelten sich mitten in Berlin am Olympiastadion, um der im letzten Jahr toedlich veruenglueckten Motorradfahrer zu gedenken. Christen und Nichtchristen - alle vereinte der Gedanke und das Gedenken an die, die nicht mehr bei solch herrlichem Wetter die Gegend erkunden koennen. Und sie wollten ein Zeichen setzen fuer die, die eben mal eine Stunde lang nicht ueber die Fahrbahn laufen oder in ihrer Blechkarosse ueber die Kreuzung fahren konnten - weil es noch andere Verkehrsteilnehmer gibt, verwundbar und ohne Knautschzone - aber doch in grosser Zahl. Es war eine Gedenkfahrt, aber es wurde geknattert und gehupt - und ich glaube die Jungs und Maedels da ober haben mitgehupt - lautstark und eindringlich: Hey, wir hatten auch ein Recht auf Leben! Ungewohnt nachdenkliche Worte von einem, der sonst immer ne Zote auf Lager hat? Mag sein, aber manchmal sollte man auch mal solchen Gedanken nachgehen. Der Treff an der Spinnerbruecke war lang angekuendigt, viele hatten ihr Kommen zugesagt - noch mehr kamen. Als ich gegen 9.30 Uhr an der Bruecke ankam brannte da schon die Luft , nach nem Kaffee musste man richtig lange anstehen. Und es kamen immer mehr, der TREFFpunkt Spinnerbruecke machte seinem Namen wirklich Ehre. Gegen halb 11 sammelten wir uns dann zur Koloone, um gemeinsam ueber die Havelchaussee in Richtung Treffpunkt 2 - Spandauer Damm-Bruecke zu fahren. Ich traute meinen Augen nicht als ich sah, wie gross allein unser Konvoi war. Von der 125er Rebel bis zur Flotte von Valkyrie-Schlachtschiffen, es waren sicher zwischen 30 und 40 Motorraedern - damit haette ich im Traum nicht gerechnet. Am Spandauer Damm holten wir den Rest der Truppe ab und zogen dann, immer gebremst von roten Ampeln, dem Stadion entgegen. Der Olympische Platz war schon recht gut gefuellt, und die Ordner wiesen uns auf unsere Plaetze. Unser Zeitplan war gut gewaehlt bereits nach einer dreiviertel Stunde setzten sich die ersten Motorraeder in Bewegung - bis wir dran waren vergingen aber noch 20 Minuten. Auf der inzwischen schon traditionellen Strecke Kudamm - Siegessaule - Unter den Linden zug der Treck in diesem Jahr in die St. Hedwigs-Kathedrale. Wir hatten uns schon vorab geeinigt, uns am Roten Rathaus zu treffen - nach einiger Zeit fanden sich auch die Meisten da ein - der Konvoi hatte uns doch etwas zerstreut. Eine Auseinandersetzung mit einem sturzbesoffenen ..... Radfahrer hinderte uns nicht daran, noch einen Kaffee und einen kleinen Imbiss zu nehmen, bevor wir wieder - quer durch die ziemlich volle Stadt - zur Spinnerbruecke zurueckfuhren. Einige wenige freie Parkplaetze - fuer Motorraeder! - fanden wir auch noch, und irgendwie ergatterten wir auch einen freien Tisch. In gemuetlicher Runde klang der Tag dann aus - und es war schon dunkel, als sich die Runde langsam aufloeste. An diesem Tag fand keine Gegend-Erkundungstour statt - aber auch im naechsten Jahr sollte ein solcher Tag der Besinnung nicht fehlen. Nachdenkliche Gruesse - Preussenbiker Frank | ![]() ![]() ![]() ![]() . |